Methodologie

Die Dokumentarische Bildinterpretation ( Prof. Ralf Bohnsack, FU Berlin) basiert auf den Paradigmen der Qualitativen Sozialforschung.

Hierbei sind insbesondere die Arbeiten

  • der Ethnomethodologie (z. B Harald Garfinkel),
  • der Phänomenologie (z. B. Alfred Schütz),
  • des Symbolischen Interaktionismus (z. B. Erving Goffman),
  • des Konstruktivismus (z. B. Berger/Luckmann) und der
  • Wissenssoziologie (z. B. Karl Mannheim) grundlegend.

Die Wissenschaftler beschäftigten sich vor allem mit

  • der alltäglichen Lebenswelt der Menschen,
  • den selbstverständlichen, routinierten Handlungsabläufen,
  • in denen sich Menschen Wissen aneignen
  • und zugleich damit Wirklichkeit erzeugen und strukturieren.

Fundamental ist bei der Dokumentarischen Methode die Unterscheidung zwischen explizitem und implizitem Wissen.

In dem Spannungsfeld von Normen und Zwängen, die auf Menschen einwirken, die sie in Form von einem explizitem Wissen, als eine theoretisch-kommunikative Rahmung auf der einen Seite vorfinden und ihren alltäglichen Gewohnheiten, ihrem routiniertem, selbstverständlichem Handeln im Alltag als ein implizites und atheoretisches Wissen auf der anderen Seite,  beschreibt die Dokumentarische Methoden spezifische Umgangsformen von Menschen in ihrer Abhängigkeit von sozialen Dimensionen, wie Milieu, Generation, Geschlecht oder Migration.

Die Dokumentarische Methode fragt:

Wie ist der Umgang der Person A mit dem Ereignis B in ihrer spezifischen Lebenswelt?

Die daraus resultierenden Handlungsorientierungen und ihre Genese in der sozialen Lebenswelt werden erhoben, analysiert und beschrieben.